SZ 09.06.2026
14:21 Uhr

(+) Das Aus für  FCAS: Auch hier hat Macron zu viel gewollt und zu wenig erreicht


Der Kampfjet kommt nicht, weil Frankreich und Deutschland unterschiedliche Anforderungen daran stellten – und weil der Präsident einen Quertreiber gewähren ließ .

(+) Das Aus für  FCAS: Auch hier hat Macron zu viel gewollt und zu wenig erreicht

Nicht einmal das Ende haben sie unfallfrei hingekriegt: In Paris war man sichtlich überrumpelt, als die Nachricht vom Aus für das gemeinsame Kampfjet-Projekt vorzeitig aus Berlin durchsickerte. Stunden später reagierte der Élysee-Palast und wusste, wer die Schuld am Scheitern hat: „Die deutschen Behörden waren der Ansicht, dass es nicht möglich sei, die betroffenen Unternehmen weiter zu drängen.“ Nach Pariser Einschätzungen hätte man sich einfach nur etwas mehr bemühen müssen, dann hätte man schon noch zusammengefunden. Emmanuel Macron hat bis zuletzt daran festgehalten – verbissen. Der französische Präsident hat praktische Probleme ignoriert, die im Laufe der Jahre immer größer geworden sind. Es ist nun einmal so, dass es unterschiedliche Anforderungen gibt: Frankreich braucht einen Jet, der auf einem Flugzeugträger landen und Atomwaffen transportieren kann, Deutschland zur Absicherung der Nato-Ostflanke einen Typ, der leichter ist und weite Strecken zurücklegen kann.

Wie kein anderer verkörpert er Frankreichs Stolz und Frankreichs Anspruch auf Größe. Nun soll er etwas ganz Ungewohntes tun: Partner sein – und mit Deutschen und Spaniern das Kampfflugzeug der Zukunft bauen. Könnte schiefgehen.

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